Lagebericht zur Coronakrise in Temeswar


Lagebericht 13.08.2020

Die Lage in Rümänien ist sehr angespannt. Derzeit gibt es über das Land verteilt mehrere Kreise mit Infektionsherden mit einer Inzidenz von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage. Deshalb hat das Robert-Koch-Institut auch den Kreis Timiş, in dem die Stadt Temeswar liegt, seit dem 13.08.20 Risikogebiet erklärt und rät von nicht notwendigen Reisen ab.

Die Krankenhäuser sind stark gefordert. Anfang August haben sich 19 Angestellte und Patienten im Temescher Krankenhaus mit Corona infiziert. Am 11.08 lagen 191 Temescher Bürger mit Corona im Krankenhaus, 15 davon auf der Intensivstation.
Es finden verstärkt Kontrollen der Polizei und der Gendarmerie statt und es werden Geldstrafen wegen Nicht-Einhaltung der Covid-19-Bekämpfungsmaßnahmen erteilt.

Am 12.8. ging die Stadtverwaltung von Temeswar davon aus, dass die Grundschüler sowie die Acht- und Zwölftklässler nach den Sommerferien im September zum normalen Unterricht in die Schulen zurückkehren werden und alle anderen über das Internet unterrichtet werden. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Unsere Partnervereine vor Ort richten sich darauf ein, dass Präsenzunterricht nicht möglich sein wird und die betreuten Familien Unterstützung beim Heimunterrricht benötigen werden.

Laut Bundeszentrale für plolitische Bildung gilt in Rumänien (Stand 7.5.2020):
Die Angst vor Armut ist größer als die Angst vor dem Virus.


Quellen: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (AEZ), Auswärtiges Amt, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Kohezio, Speranta



Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat sich viel

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat sich vieles bei uns geändert.

Seit Montag, dem 16. März, herrscht in Rumänien Notstand und somit auch Ausgangssperre für die Bürger.
Sie dürfen ihr Haus nur so selten wie möglich, und wenn, dann nur mit gutem Grund verlassen.
Sie müssen bei sich eine Erklärung auf eigener Verantwortung haben, wo dieser Grund genau geschildert wird.
Die Strafen für das Übertreten dieser Militärverordnung sind sehr hoch, zwischen 2000 und 20.000 Lei.
Vertreter von Polizei und Armee stehen an mehreren Orten in der Stadt, um die fahrenden Autos zu kontrollieren.
90 Prozent der Menschen auf der Straße tragen Masken und Handschuhe.
Die Situation ändert sich von Tag zu Tag - immer wieder werden neue Militärverordnungen herausgegeben,
die uns einerseits beschützen, andererseits unsere Grundrechte übertreten.
Es ist verständlich, wenn Leute, die Kinder, alte Leute oder Angehörige mit besonderen Bedürfnissen betreuen, nicht aus dem Haus gehen wollen.
Das Risiko, sich mit COVID 19 anzustecken, besteht.

--
Raluca Nelepcu
Journalistin/ Jurnalistă
Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien
Radio Temeswar - Ihre Sendung in deutscher Sprache



Anmerkung von B. Jeger-Buschmann:
2000 Lei = 414 €
20000 Lei = 4140 €
Durchschnittliches Nettogehalt in Temeswa: 446 € (Quelle: https://lebenshaltungskostenin.com/preise-und-lohne-in-timisoara/)
Stand: 04.04.202ß


Armee und Polizei kontrollieren Foto:Raluca Nelepcu

(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken